Förderpreis Junge Künstler NRW 2005"Ein Prolog. In den kurzen Sätzen liegen alleVerzweiflung, Trauer, Hoffnungen und Wünscheeiner noch unbekannten Jugendlichen. Sie ist aufeinem Kirmesplatz, fährt Karussell und Achterbahn,beobachtet ein Liebespärchen und "möchte auchumarmt und geküsst werden, scheißegal von wem." Dann der erste Satz des Romans "Sommergewitter" von Kristina Dunker: "Der Nachmittag, an dem meine Cousine Ginie verschwand, war heiß." Ein Satz, der Spannung verspricht. Und die löst Kristina Dunker in ihrem Jugendroman von der ersten bis zur letzten Seite voll ein. Die Geschichte spielt zwischen Mittag und Mitternacht. Eine Freundesclique trifft sich nach der Schule bei schwülem Sommerwetter zum Schwimmen an einem Baggersee. Mit dabei ist die Cousine von Annika, die mit ihrem Vater zu Besuch gekommen ist. Als Ginie plötzlich verschwindet, bricht nach und nach die Harmonie des Sommernachmittags auseinander. Die Suche nach dem Mädchen gerät zu einem therapeutischen Prozess für jeden einzelnen der Gruppe. Jeder erlebt sich und den Freund, die Freundin, neu und anders. Die Anspannung führt zu verschärften Beobachtung untereinander und auch zur Selbstbefragung und Selbsterkenntnis. Aber auch zu ungerechten Vorwürfen und gefährlichen Verdächtigungen. (...)Kristina Dunker trifft in ihrem Roman genau den Ton ihrer Protagonisten, leicht, unangestrengt und selbstverständlich. Sie beschreibt ihre Personen mit Kenntnis, Verständnis und, sehr wichtig, mit Humor und Sinn für Komik, selbst in extremen Situationen. Wie von selbst wird auch die Zeit, in der die Jugendlichen leben, kritisch analysierend sichtbar und spürbar. Lebensweisheiten und Erkenntnisse vermittelt sie ohne zu belehren. Schwierige existentielle Themen wie Tod und Liebe kommen ohne Pathos daher. "Sommergewitter": ein schönes, sprachliches gelungenes Buch, so unterhaltsam wie erkenntnisreich. (...)"Auszug aus der LaudatioDer Förderpreis des Landes Nordrhein – Westfalen wird seit 48 Jahren verliehen. Preisträger waren seither unter anderen Günther Uecker, Günter Wallraff, Pina Bausch, Andrea Breth, Tom Tykwer, Katharina Sieverding und Christoph SchlingensiefKulturstaatssekretär Hans Heinrich Grosse-Brockhoffübergibt den Förderpreis des Landes an Kristina Dunker